Michael's Speeches

Oxford-Rede 2001










Deutsch

Danke. Vielen Dank, liebe Freunde, aus tiefstem Herzen für die freundliche und warme Aufnahme, die Sie mir zuteil werden lassen. Und vielen Dank an Sie, Mr. President, für Ihre feundliche Einladung an mich. Ich fühle mich sehr geehrt.

Außerdem möchte ich Shmuley meinen ganz besonderen Dank aussprechen, der hier in Oxford schon seit 11 Jahren seinem Dienst als Rabbi nachgeht.

Du und ich, wir haben so hart gearbeitet, um ‘Heal the Kids’ zum Leben zu erwecken und auch daran, unser Buch über ‘kindliche Qualitäten’ zu schreiben — und in all unseren Bemühungen warst du auch solch ein unterstützender und liebevoller Freund. Und ich möchte mich auch bei Toba Friedman bedanken, unserer organisatorischen Direktorin bei ‘Heal the Kids’, die heute abend wieder an die Universität zurückkehrt, wo sie als hohe Gelehrte tätig ist, genau wie Marilyn Piels, ein weiteres zentrales Mitglied des ‘Heal the Kids’-Teams.

Ich fühle mich demütig, an einem Ort eine Rede zu halten, der zuvor von solch wichtigen Menschen wie Mutter Theresa, Albert Einstein, Ronald Reagan, Robert Kennedy und Malcom X besucht wurde. Ich habe sogar gehört, dass Kermit der Frosch hier gewesen ist, und ich habe mich schon immer mit Kermits Botschaft verbunden gefühlt, dass es nicht einfach ist, grün zu sein … Ich bin sicher, er fand es auch nicht leichter, hier oben zu stehen, als es mir jetzt fällt.

Als ich mich heute in Oxford umgeschaut habe, mußte ich mir einfach der Königlichkeit und Größe dieser Einrichtung klar werden, gar nicht zu reden von der Brillianz all der großartigen und begnadeten Gemütern, die seit Jahrhunderten durch diese Straßen gewandelt sind. Oxfords Wände haben nicht nur den größten Philosophen und wissenschaftlichen Genies ein Zuhause geboten, sie haben auch einige der am meisten in Ehren gehaltenen Kinderbuchautoren noch weitergebracht, angefangen von J. R. R. Tolkien zu C. S. Lewis.

Heute ist es mir erlaubt gewesen, in die Speisehalle der ‘Christ Church’ zu humpeln, um Lewis Carrols ‘Alice im Wunderland’ in den Farbglas-Fenstern verewigt zu sehen. Und sogar einer meiner amerikanischen Gefährten, der geliebte Dr. Seuss, hat diese Hallen geehrt und hat dann seine Spuren in den Vorstellungen von Millionen von Kindern überall auf der Welt hinterlassen.

Ich denke, ich sollte beginnen, indem ich meine Qualifikationen aufliste, um hier heute Abend vor Ihnen sprechen zu dürfen.

Liebe Freunde, ich behaupte nicht, dass ich die akademische Expertise der anderen Sprecher habe, die schon in diesen Hallen geredet haben, genauso wenig wie sie wohl sagen könnten, dass sie den ‘Moonwalk’ aufführen könnten — und wissen Sie, besonders Einstein war darin wirklich schlecht!

Aber ich kann behaupten, dass ich schon mehr Orte und Kulturen dieser Welt erlebt habe, als die meisten anderen Menschen es jemals könnten. Und menschliches Wissen besteht nicht nur aus Büchereien voll von Pergament und Tinte, es umfaßt auch das gesamte Wissen, dass in den Herzen der Menschen geschrieben steht, gemeißelt in menschliche Seele und eingraviert in die menschliche Psyche.

Und Freunde, ich habe in diesem relativ kurzen Leben schon so viel erlebt, dass ich immer noch nicht recht glauben kann, dass ich erst 42 Jahre alt bin! Ich sage so oft zu Shmuley, dass ich sicher bin, dass ich, in ‘Seelen-Jahren’ gerechnet, mindestens 80 sein muss — und heute Abend laufe ich ja sogar wie ein 80-Jähriger …

Und so hören Sie sich bitte meine Botschaft an, denn was ich Ihnen heute Abend sagen möchte, kann der Menschheit Heilung bringen und unserem ganzen Planeten.

Durch Gottes Gunst habe ich das Glück gehabt, dass viele meiner künstlerischen und professionellen Bestrebungen schon in meinen frühen Lebensjahren in Erfüllung gegangen sind. Aber das sind Leistungen, und Leistungen kann man nicht damit gleichsetzen, wer ich bin. Man konnte dem lachenden und strahlenden 5-Jährigen, der ‘Rockin‘ Robin’ und ‘Ben’ vor bewundernden Mengen gesungen hat, überhaupt nicht ansehen, wie der Junge hinter diesem Lachen eigentlich war.
Und heute trete ich vor Sie weniger als Pop-Ikone — was auch immer das bedeuten mag — denn viel mehr als eine Ikone einer Generation, einer Generation, die nicht weiß, was es bedeutet, Kinder zu sein. Wir alle sind das Produkt unserer Kindheit. Aber ich bin das Produkt eines Mangels an Kindheit, des Fehlens dieses wertvollen und wunderbaren Alters, in dem man übermütig spielerisch und ohne Sorge in der Welt herumtoben kann, sich in der Bewunderung von Eltern und Verwandten sonnen kann und in der die größte Anstrengung vielleicht die ist, für das Diktat am Montag morgen zu üben.

Diejenigen von Ihnen, denen die ‘Jackson Five’ bekannt sind, wissen, dass ich schon im zarten Alter von fünf Jahren mit Auftritten begann und das seither immer weiter getan habe — ich habe niemals mit Singen und Tanzen aufgehört. Aber auch wenn aufzutreten und Musik zu machen mit Sicherheit immer zu meinen größten Freuden gezählt haben, habe ich mir als ich jung war, nichts sehnlicher gewünscht, als ein gewöhnlicher kleiner Junge zu sein.

Ich wollte Baumhäuser bauen, Wasserballon-Schlachten machen und ‘Fang mich doch’ mit meinen Freunden spielen.

Aber das Schicksal wollte es anders, und alles, was ich tun konnte, war, das Gelächter und die Spiele, die überall um mich herum zu sein schienen, zu beneiden. Es gab keine Pause in meinem professionellen Leben.

Nur Sonntags, da ging ich ‘missionieren’ — so nennen die Zeugen Jehovahs eben ihre Missionarsarbeit. Und dabei konnte ich die Magie anderer Leute Kindheit sehen. Weil ich damals schon berühmt war, musste ich mich verkleiden. Ich zog mir ein ‘Fetten-Kostüm’ an, Perücke, Bart und Brille, und wir hielten uns den Tag über in den Vororten im südlichen Kalifornien auf, gingen von Tür zu Tür oder machten die Runde durch Einkaufszentren, um den ‘Wachturm’ zu verteilen.

Ich liebte es so sehr, in die normalen Haushalte zu gehen, die zotteligen Läufer auf dem Fußboden zu sehen, die Lehnstühle, in denen Kinder ‘Monopoly’ spielten, Großmütter Babys hüteten und all diese wunderbaren, gewöhnlichen und für mich direkt romantischen Szenen des Alltagslebens. Ich weiß, viele würden so argumentieren, dass diese Dinge ja keine Großartigkeiten sind. Aber für mich waren sie einfach magnetisch. Ich dachte immer, dass ich der einzige wäre, der sich fühlte, als ob er keine Kindheit gehabt hätte. Ich dachte, dass es wohl nur eine handvoll Leute gibt, mit denen ich diese Gefühle teilen konnte.

Als ich kürzlich Shirley Temple Black traf, den großen Kinderstar der 30er und 40er Jahre, sprachen wir zunächst gar nicht miteinander. Wir haben einfach miteinander geweint, weil sie einen Schmerz mit mir teilen konnte, den sonst nur enge Freunde von mir wie Elizabeth Taylor und McCauley Culkin kennen.

Ich erzähle Ihnen das nicht, um Ihre Sympathie zu gewinnen, sondern um auf meinen ersten wichtigen Punkt zu kommen: es sind nicht nur Hollywood-Kinderstars, die unter einer ‘nicht-existenten’ Kindheit leiden. Vielmehr ist das heutzutage ein universelles Unglück, eine weltweite Katastrophe. Die Kindheit ist das große Opfer des modernen Lebens geworden.

Überall um uns herum erschaffen wir Mengen von Kindern, die nicht die Freude gehabt haben, denen nicht das Recht zugesprochen worden ist und denen nicht die Freiheit oder das Wissen erlaubt wurde, Kind zu sein. Heute werden Kinder nur dazu angehalten, schneller erwachsen zu werden, so als ob diese Periode, bekannt als Kindheit, eine lästige ist, die man nur ertragen und möglichst schnell hinter sich bringen muss. Und in Bezug darauf bin ich sicherlich einer der Welt größten Experten.

Unsere Generation ist Zeuge der Abschaffung des ‘Eltern-Kind-Vertrages’ geworden. Psychologen veröffentlichen Bibliotheken von Büchern, in denen sie die destruktiven Auswirkungen beschreiben, die zu Tage kommen, wenn man seinen Kindern die bedingungslose Liebe vorenthält, die für die gesunde Entwicklung ihres Verstandes und Charakters so notwendig ist. Und wegen all dieser Missachtung müssen sich viel zu viele Kinder ‘selbst erziehen’. Sie wachsen distanzierter zu ihren Eltern, Großeltern und anderen Familienmitgliedern auf, weil überall um uns herum das unzerstörbare Band, das einst die Generationen zusammenhielt, langsam auffasert.

Diese Verletzung hat eine neue Generation hervorgebracht — lassen Sie sie uns Generation O nennen — die jetzt die Fackel der Generation X übernimmt. Das O steht für eine Generation, die äußerlich alles hat, Reichtum, Erfolg, ausgefallene Kleidung und tolle Autos, aber eine gähnende Leere in ihren Herzen. Dieser Hohlraum in unsere Brust, diese Leere in unserem Innersten, diese Lücke in unserer Mitte ist der Ort, wo das Herz einst geschlagen hat und der einst mit Liebe besetzt war. Und es sind nicht nur die Kinder, die leiden. Den Eltern geht es genauso.

Je mehr wir kleine Erwachsene in den Körpern unserer Kinder heranzüchten, um so mehr werden wir uns auch selbst von unseren eigenen kindlichen Qualitäten zurückziehen, und dabei gibt es so vieles am Kindsein, was es wirklich wert ist, im Erwachsenenleben bestehen zu bleiben. Die Liebe, meine Damen und Herren, ist das wertvollste Erbe der menschlichen Familie, das reichste Vermächtnis, eine goldene Hinterlassenschaft. Und es ist ein Schatz, der von Generation zu Generation weitervererbt wird. Ältere Menschen mögen den Reichtum, den wir genießen können, nicht gehabt haben. In ihren Häusern mag es keine Elektrizität gegeben haben, und sie mussten vielleicht all ihre vielen Kindern in kleine Häuser ohne Zentralheizung quetschen. Aber in diesen Häusern gab es keine Dunkelheit, und es war dort nicht kalt. Sie waren hell erleuchtet mit dem Schein der Liebe und gemütlich angewärmt gerade von jener Wärme des menschlichen Herzens. Eltern, die von der Gier nach Reichtum und Status unbeeinflußt waren, machten ihre Kinder zum Mittelpunkt ihres Lebens.

Wie Sie alle wissen, sind unsere beiden Länder auseinander gebrochen aus einem Grund, den Thomas Jefferson als ‘bestimmte unveräußerliche Rechte’ bezeichnete. Und während wir Amerikaner und Briten vielleicht noch über die Gerechtigkeit dieser Annahmen streiten, kam dabei doch niemals zur Rede, dass auch Kinder bestimmte unveräußerliche Rechte haben und dass die graduelle Auflösung dieser Rechte Spuren hinterlassen hat. Weltweit werden Kindern die Freuden und Sicherheiten der Kindheit abgesprochen.

Ich würde heute vorschlagen, dass wir in jedem Heim eine universelle ‘Kinderrechts-Liste’ aufhängen, die beinhaltet:

1) Das Recht geliebt zu werden, ohne es sich verdienen zu müssen

2) Das Recht beschützt zu werden, ohne es verdient zu haben

3) Das Recht, sich wertvoll zu fühlen, auch wenn man mit nichts in die Welt gekommen ist

4) Das Recht, dass einem zugehört wird, ohne dass was man sagt interessant sein muss

5) Das Recht, eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen zu bekommen, ohne mit den Abendnachrichten konkurrieren zu müssen, oder mit dem Nachtleben

6) Das Recht einer Erziehung und Unterricht, ohne dabei in der Schule Gewehrkugeln aus dem Weg springen zu müssen

7) Das Recht, als bewundernswert angesehen zu werden — auch wenn man ein Gesicht hat, das nur eine Mutter lieben kann

Liebe Freunde, die Begründung alles menschlichen Wissens, der Beginn des menschlichen Bewußtseins, muss sein, dass jeder, jeder einzelne von uns ein Objekt der Liebe ist! Schon bevor man weiß, ob man nun rotes oder braunes Haar hat, bevor man weiß, ob jemand schwarz oder weiß ist, bevor man weiß, was für einer Religion er angehört, schon vor all dem muss man wissen, dass man geliebt wird.

Vor etwa 12 Jahren, als ich gerade dabei war, meine ‘Bad’-Tour zu starten, kam ein kleiner Junge mit seinen Eltern zu mir zu Besuch nach Kalifornien. Er würde an Krebs sterben, und er sagte mir, wie sehr er meine Musik und mich lieben würde. Sein Eltern erzählten mir, dass er nicht überleben würde, dass er jeden Tag sterben könnte. Und ich sagte zu ihm: „Schau, ich werde in deine Heimatstadt in Kansas kommen, um dort meine Tour zu eröffnen — in 3 Monaten. Ich will, dass du zu der Show kommst! Ich werden dir diese Jacke von mir schenken, die ich in einem meiner Videos getragen habe.“ Seine Augen leuchteten auf und er fragte: „Du willst mir das schenken?!“ Ich sagte: „Ja, aber du musst mir versprechen, dass du sie während der Show tragen wirst.“ Ich wollte, dass er durchhält. Ich sagte: „Wenn du zu meiner Show kommst, will ich dich in dieser Jacke und diesem Handschuh sehen“, und ich gab ihm einen meiner mit Bergkristallen besetzten Handschuhe — und normalerweise gebe ich solche Handschuhe niemals weg.

Und er war wie im Himmel. Aber vielleicht war er dem Himmel wirklich schon zu nahe, denn als ich in seine Stadt kam, war er bereits gestorben, und sie hatten ihn in der Jacke und dem Handschuh begraben. Er war erst zehn Jahre alt gewesen.

Gott weiß und ich weiß, dass er sein bestes gab um durchzuhalten. Aber wenigstens wusste er, als er starb, dass er geliebt war und zwar nicht nur von seinen Eltern, sondern auch von mir, einem ‘nahen Fremden’ — ich liebte ihn auch. Und mit all dieser Liebe wusste er, dass er nicht alleine in diese Welt gekommen war, und sicherlich verließ er sie auch nicht einsam.

Wenn man diese Welt in dem Wissen betritt, geliebt zu sein und sie auch mit diesem Wissen wieder verläßt, dann kann man auch mit allem, was dazwischen liegt, zurechtkommen. Ein Professor mag Sie erniedrigen, aber Sie werden sich nicht erniedrigt fühlen, Ihr Chef mag Sie unterdrücken wollen, aber Sie werden nicht wirklich unterdrückt sein, ein körperlicher Gegner mag Sie bezwingen, aber dennoch werden Sie triumphieren.

Wie könnte einer von ihnen wirklich die Oberhand gewinnen und Sie unterkriegen? Wenn Sie doch wissen, dass Sie jemand sind, der es wert ist, geliebt zu werden. Der Rest ist doch nur Verpackung. Aber wenn man dieses Wissen, geliebt zu werden nicht hat, ist man verdammt, in der Welt nach etwas zu suchen, um sich selbst damit aus- und aufzufüllen. Doch es ist egal, wieviel Geld man macht oder wie berühmt man wird, man wird sich stets leer fühlen. Das, wonach man eigentlich sucht, ist diese unbedingte Liebe, Akzeptanz ohne Voraussetzungen. Eben das, was einem bei seiner Geburt aberkannt worden ist.

Lassen Sie mich ein Bild für Sie skizzieren. Das ist ein typischer Tag in Amerika: sechs junge Menschen unter 20 werden Selbstmord begehen, 12 Kinder werden durch Schusswaffen sterben — bitte denken Sie daran, das ist ein Tag, kein Jahr!

Dreihundert und neunundneuzig Kinder werden wegen Drogenmissbrauchs verhaftet werden, 1 352 Babys werden von jugendlichen Müttern geboren werden.

Das geschieht in einem der reichsten und weitest entwickelten Ländern in der Geschichte der Welt! Ja, in meinem Land gibt es eine Welle an Gewalt, die der keiner anderen Industrienation entspricht. Das sind die Wege, in denen junge Menschen in Amerika ihre seelischen Verletzungen und ihre Wut ausdrücken.

Aber denken Sie nicht, dass es die Entsprechung dieses Schmerzes und Zorns nicht auch in England gibt. Studien in diesem Land zeigen, dass sich in jeder Stunde drei Teenager in den UK selbst Schaden zufügen, oft schneiden sie sich oder verbrennen sich oder nehmen Überdosen von Drogen. Das ist der Weg, den sie sich ausgesucht haben, um mit dem Schmerz der Vernachlässigung und der emotionalen Qual zurechtzukommen. In Britannien werden gerade mal 20 % der Familien zusammenkommen, um einmal im Jahr gemeinsam Abend zu essen — einmal im Jahr!

Und was ist mit der schönen Tradition, Kindern Gute-Nacht-Geschichten vorzulesen? Untersuchungen aus den 80ern zeigen, dass Kinder, denen vorgelesen wird, eine viel größere Belesenheit und ein signifikant besseres Ausdrucksvermögen als ihre Mitschüler entwickeln.

Und dennoch wird gerade mal 33 % der britischen Kinder im Alter von zwei bis acht Jahren regelmäßig eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen. Vielleicht können Sie dem ja nicht so viel entnehmen, bevor Sie nicht wissen, dass noch 75 % ihrer Großeltern Gute-Nacht-Geschichten vorgelesen bekommen haben, als sie im selben Alter waren.

Sicherlich müssen wir uns nicht fragen, woher all dieser Schmerz, Zorn und das gewalttätige Verhalten kommen mag. Es erklärt sich von selbst, dass Kinder sich gegen diese Vernachlässigung aufbäumen, dass sie sich gegen diese Gleichgültigkeit auflehnen und dass sie laut aufschreien, nur, um beachtet zu werden. Die verschiedenen Kinderschutzorganisationen in den Staaten sagen, dass im Jahr durchschnittlich Millionen von Kindern Opfer von Misshandlung in Form von Vernachlässigung sind, ja, von Nichtbeachtung. In reichen, privilegierten Heimen, die bis zum Dach mit irgendwelchem technischen Krimskrams vollgestopft sind; Heimen, in denen die Eltern zwar nach Hause kommen, aber niemals richtig zu Hause sind, weil sie mit den Gedanken immer noch im Büro sind. Und ihre Kinder? Nun, die behelfen sich mit jedem Krümel Emotionalität, den sie bekommen können. Aber von endlosem Fernsehen, Computerspielen und Videos bekommen sie nicht eben viel.

Diese harten, kalten Zahlen, die, wie ich finde, einem regelrecht das Herz in Stücke reißen und das Gemüt zerrütten, sollten Ihnen zeigen, warum ich so viel meiner Zeit und Ressourcen dazu verwendet habe, unsere neue Initiative ‘Heal the Kids’ zu einem großen Erfolg zu machen. Unser Ziel ist einfach: die Eltern-Kind-Bande wieder zu erschaffen, ihre Versprechen wieder zu erneuern und den Weg zu ebnen für all die wunderbaren Kinder, die dazu bestimmt sind, eines Tages die Leitung dieser Erde zu übernehmen.

Aber weil dies meine erste öffentliche Rede ist und Sie mich so warm und herzlich willkommen geheißen haben, denke ich, dass ich Ihnen noch mehr erzählen möchte. Wir haben unsere eigene Geschichte und so können Statistiken persönlich und lebendig werden.

Man sagt, dass Eltern sein wie tanzen ist. Man macht einen Schritt, das Kind macht einen anderen. Ich habe herausgefunden, dass es nur die halbe Wahrheit ist, die Eltern dazu zu bringen, sich wieder ganz selbst ihren Kindern zu widmen. Die andere Hälfte ist, die Kinder wieder dazu zu bringen, ihre Eltern zu akzeptieren.

Ich erinnere mich, dass wir, als ich noch sehr jung war, diesen verrückten Hund ‘Back Girl’ hatten, der eine Mischung aus Wolf und Retriever war. Sie war nicht nur ein übler Wachhund, sondern auch solch ein verschrecktes und nervöses Ding, dass es ein Wunder war, dass sie nicht jedesmal in Ohnmacht gefallen ist, als ein Truck vorüber gerumpelt ist oder ein Gewitter über Indiana hinwegefegt ist. Meine Schwester Janet und ich gaben dem Hund so viel Liebe, aber wir konnten das Vertrauen, das ihm von seinem vorigen Besitzer geraubt wurde, nie wiedergewinnen. Wir wussten, dass er sie geschlagen hatte. Wir wussten nicht, mit was. Aber was auch immer es war, es war genug, um diesem Hund seinen ganzen Elan zu nehmen.

Heute sind viele Kinder wie verletzte Welpen, die sich selbst das Bedürfnis nach Liebe abgewöhnt haben. So können sie sich auch nicht um ihre Eltern sorgen. Mit ihren eigenen Belangen allein gelassen, suchen sie nach ihrer Unabhängigkeit. Sie sind weitergekommen und haben ihre Eltern hinter sich gelassen.

Dann gibt es die noch schlimmeren Fälle von Kindern, die Feindseligkeit und Groll gegen ihre Eltern hegen, so dass jede Forderung ihrer Eltern unterschlagen wird und ihnen gewalttätig ins Gesicht zurückgeschlagen wird. Heute Abend will ich, dass keiner von uns diesen Fehler macht. Und deswegen appelliere ich an all die Kinder der Welt — beginnend mit uns allen, die wir heute hier sind — unseren Eltern zu vergeben, wenn wir uns vernachlässigt fühlten. Vergebt ihnen und lehrt sie, wieder selbst lieben zu können. 

Vielleicht werden Sie nicht überrascht sein zu hören, dass ich keine besonders idyllische Kindheit hatte. Der Stress und die Anstrengung, die es in der Beziehung zu meinem eigenen Vater gibt, sind bereits dokumentiert. Mein Vater ist ein strenger Mann, der mich und meine Brüder stets hart angepackt hat — schon vom frühsten Alter an — um aus uns die besten Künstler zu machen, die wir werden konnten. Er hatte große Schwierigkeiten damit, mir seine Liebe zu zeigen. Er hat mir niemals gesagt, dass er mich liebt. Und er hat mir auch niemals ein Kompliment gemacht. Wenn ich eine sehr gute Show geliefert hatte, sagte er, dass es eine gute Show war, und wenn die Show okay war, sagte er — … nichts. [Michaels Stimme bricht und er beginnt zu weinen]

Er schien mehr als alles andere daran interessiert zu sein, aus uns einen großen kommerziellen Erfolg zu machen. Und darin war er mehr als ein Experte. Mein Vater war ein Manager-Genie, und meine Brüder und ich schulden unseren professionellen Erfolg nicht in geringem Maße auch dem gewaltvollen Weg, den er uns gehen ließ. Er trainierte mich zu einem Showman, und unter seiner Führung konnte ich keinen Schritt falsch machen.

Aber was ich wirklich wollte, war ein Dad [er weint immer noch]. Ich wollte einen Vater, der mir seine Liebe zeigen konnte. Und mein Vater konnte das nie. Er sagte nie, dass er mich liebt, während er mir in die Augen sah; er spielte nie mit mir. Er nahm mich nie huckepack, er warf nie Kissen oder einen Wasser-Ballon nach mir.
Aber ich erinnere mich — ich war gerade etwa vier Jahre alt, da war diese kleine Kirmes bei uns, und er hob mich hoch und setzte mich auf ein Pony. Es war nur eine so kleine Geste, wahrscheinlich hat er es fünf Minuten später bereits vergessen gehabt. Aber gerade wegen diesem kurzen Moment, gibt es in meinem Herzen diesen besonderen Platz für ihn. So sind Kinder eben, die kleinen Dinge bedeuten ihnen so viel, und für mich bedeutete dieser Moment alles.

Ich habe das nur ein einziges Mal erlebt, aber so konnte ich mich gut fühlen — in Bezug auf ihn und die Welt.
Aber nun bin ich selbst Vater und ich habe mir über meine eigenen Kinder, Prince und Paris, Gedanken gemacht und wie ich gerne hätte, dass sie von mir denken, wenn sie älter sind. Natürlich hätte ich gerne, dass sie sich daran erinnern, dass ich sie immer bei mir haben wollte, wo auch immer ich hinging, dass ich immer versuchte, sie vor alles andere zu stellen. Aber es gibt auch Herausforderungen in ihrem Leben. Weil meine Kinder immer von Paparazzi verfolgt werden, können sie nie mit mir in einen Park oder ins Kino gehen. So, und was ist, wenn sie älter werden und mir übel nehmen, dass meine Entscheidungen ihre Jugend beeinflußt haben? „Warum hatten wir keine gewöhnliche Kindheit wie alle anderen Kids“, mögen sie mich fragen.

Und in diesem Moment bete ich, dass meine Kinder auch mir Zuwendung und Verständnis in Bezug auf meine Zweifel schenken werden. Dass sie zu sich selbst sagen werden: „Unser Daddy hat das beste gegeben, was er konnte in Anbetracht der einzigartigen Umstände mit denen er konfrontiert war. Vielleicht war er nicht perfekt, aber er war ein warmherziger und anständiger Mann, der versucht hat, uns alle Liebe der Welt zu geben.“
Ich hoffe, sie werden sich immer auf die positiven Dinge konzentrieren, auf die Opfer, die ich freiwillig für sie gebracht habe und nicht die Dinge kritisieren, die sie aufgeben mussten oder die Fehler, die ich gemacht habe und sicherlich noch machen werde, während ich sie großziehe. 

Weil wir alle irgend jemandes Kind sind, wissen wir, dass trotz der besten Absichten und Bemühungen Fehler immer auftreten werden. Das ist nur menschlich.
Und wenn ich darüber nachdenke wie sehr ich hoffe, dass meine Kinder mich nicht unfreundlich aburteilen und mir Fehler auch vergeben werden, muss ich an meinen eigenen Vater denken. Und obwohl ich es früher nicht wollte, muss ich jetzt zugeben, dass er mich doch geliebt haben musste. Er liebte mich, und ich weiß das. Es gab kleine Anzeichen, die das zeigten. Als ich Kind war, war ich ein wirkliches Schleckermaul — das waren war alle. Am liebsten hatte ich glasierte Donuts, und das wusste mein Vater.

Also alle paar Wochen, als ich nach unten in die Küche kam, stand auf der Küchenablage eine Tüte voller glasierter Donuts — kein Nachricht, keine Erklärung, nur die Donuts. Es war, als wenn der Weihnachtsmann dagewesen wäre. Manchmal dachte ich daran, bis spät in die Nacht aufzubleiben, so dass ich ihn dabei beobachten konnte, wie er sie dort hinlegte. Aber wie beim Weihnachtsmann wollte ich nicht das Wunder zerstören — aus Angst, dass er es nie wieder tun würde. Mein Vater musste die Donuts im Geheimen in der Nacht dort hingelegt haben, so dass niemand ihn dabei ertappen konnte.

Er hatte Angst vor menschlichen Gefühlen, er verstand sie nicht oder wusste nicht, wie er mit ihnen umgehen sollte. Aber er kannte Donuts. Und wenn ich die Erinnerungen zulasse, dann kommen mir auch noch andere Dinge, kleine Gesten — wenn auch noch so unperfekt — die mir aber zeigten, dass er tat, was er konnte.

Also will ich mich heute Abend lieber darauf konzentrieren, was mein Vater getan hat und auf seine eigenen persönlichen Herausforderungen, als darauf, was er  nicht getan hat. Ich will aufhören, ihn zu verurteilen.

Ich habe begonnen, mir Gedanken darüber zu machen, dass mein Vater ja im Süden aufgewachsen ist, in einer sehr armen Familie. Er wuchs während der wirtschaftlichen Depression heran, und sein eigener Vater, der auch kämpfen musste, um seine Kinder ernähren zu können, zeigte seiner Familie kaum Liebe und erzog meinen Vater und seine Verwandten mit eiserner Hand. Wer könnte sich vorstellen, wie es war, als armer Schwarzer im Süden heranzuwachsen, aller Würde beraubt, ohne Hoffnung und darum kämpfend, in einer Welt ein Mann zu werden, die meinen Vater als Untergeordneten ansah. Ich war der erste schwarze Künstler, der auf MTV gespielt wurde, und ich erinnere mich, was für eine riesen Sache sogar das war. Und das war in den 1980er Jahren!

Mein Vater zog dann nach Indiana und hatte selbst eine große Familie. Er arbeitete viele Stunden am Tag in einem Stahlwerk, eine Arbeit, die die Lungen kaputt macht und den Geist demütigt — und alles, um seine Familie über die Runden zu bekommen. Ist es denn ein Wunder, dass er es schwer gefunden hat, seine Gefühle zu zeigen? Ist irgendein Geheimnis dabei, dass er sein Herz gehärtet hat, dass er emotionale Barrieren aufgebaut hat? Und vor allem, ist es denn ein Wunder, dass er seine Söhne so hart gepuscht hat, um als Künstler erfolgreich zu werden, damit sie davor bewahrt blieben, was er als ein Leben voller Unwürde und Armut kannte? Ich habe begonnen zu sehen, dass sogar meines Vaters Härte eine Art Liebe war, eine nicht perfekte Liebe — sicherlich — aber dennoch Liebe. Er hat mich so hart angepackt, weil er mich liebte. Weil er nicht wollte, dass jemals ein Mensch auf seine Nachkommenschaft herabblicken sollte.
Und jetzt, mit der Zeit fühle ich eher Vergebung als Verbitterung. Anstatt Zorn habe ich Freispruch gefunden. Und anstelle von Revanche habe ich Aussöhnung gesetzt.

Und meine anfängliche Wut hat sich langsam in einen Weg zum Verzeihen verwandelt.

Nunmehr vor zehn Jahren habe ich die Wohltätigkeitsorganisation ‘Heal the World’ gegründet. Dieser Titel war etwas, das ich einfach in mir gefühlt habe. Ich habe kaum gewusst, was mir Shmuley später erzählt hat, dass diese beiden Worte aus den Prophezeiungen des Alten Testamentes stammen.

Glaube ich denn wirklich, dass wir eine Welt heilen können, die von Krieg und Völkermord geschüttelt wird, sogar heute noch? Und denke ich wirklich, dass wir unsere Kinder heilen können, dieselben Kinder, die ihre Schulen mit Waffen und Hass stürmen können und ihre Klassenkameraden niederschießen, wie es gerade eben wieder geschehen ist? Oder dieselben Kinder, die ein wehrloses Baby zu Tode schlagen können wie in der tragischen Geschichte von Jamie Bulger? Sicherlich glaube ich das, oder würde ich andernfalls heute hier sein?

Aber das alles beginnt mit der Vergebung, weil um die Welt zu heilen, dazu müssen wir zunächst einmal uns selbst heilen. Und um unsere Kinder zu heilen, dazu müssen wir zunächst das Kind heilen, das in jedem von uns steckt, in jedem einzelnen von uns. Als Erwachsener und als Elternteil stelle ich fest, dass ich weder ganzer Mensch sein kann, noch ein Vater, der fähig zu bedingungsloser Liebe ist, bis ich nicht den Geist meiner eigenen Kindheit zur Ruhe gebracht habe. Und das ist es, um was ich Sie alle heute bitte. Erfüllen Sie das fünfte der zehn Gebote.

Ehren Sie ihre Eltern, indem Sie sie nicht verurteilen. Räumen Sie Ihnen Zuwendung und Verständnis in ihren Zweifeln ein.

Deswegen möchte ich auch meinem Vater verzeihen und aufhören, ihn zu verurteilen. Ich will meinem Vater vergeben, weil ich einen Vater haben will — und er ist der einzige, den ich haben kann. Ich will die Schwere meines vergangen Lebens von meinen Schultern nehmen, ich will frei sein, in eine neue Beziehung mit meinem Vater einzutreten, für den Rest meines Lebens, unbehindert von den Kobolden der Vergangenheit.

In einer Welt, die mit Hass angefüllt ist, müssen wir uns trauen, weiter zu hoffen.

In einer Welt angefüllt mit Wut, müssen wir uns trauen, weiter zu trösten.

In einer Welt angefüllt mit Verzweiflung, müssen wir uns trauen, weiter zu träumen.

Und in einer Welt, die mit Misstrauen angefüllt ist, müssen wir uns weiterhin trauen zu glauben.

An all diejenigen von Ihnen, die sich von Ihren Eltern im Stich gelassen fühlen — ich bitte Sie, Ihre Enttäuschung fallenzulassen.
An all diejenigen von Ihnen, die sich von Vater oder Mutter betrogen fühlen — ich bitte Sie, sich nicht selbst weiter zu betrügen. Und an all diejenigen von Ihnen, die sich wünschen, Ihre Eltern beiseite zu schieben — ich möchte Sie bitten, statt dessen die Hand nach ihnen auszustrecken. Ich bitte Sie und ich bitte mich selbst, auch unseren Eltern das Geschenk der bedingungslosen Liebe entgegenzubringen, so dass sie von uns, ihren Kindern, lernen können, wie man wirklich liebt. So wird diese Liebe dieser desolaten und einsamen Welt letztendlich wieder zurückgegeben werden. 

Shmuley erwähnte einst eine alte biblische Prophezeiung, die besagt, dass eine neue Welt und eine neue Zeit anbrechen würde, wenn „die Herzen der Eltern durch die Herzen ihrer Kinder wieder-erneuert würden“. Meine Freunde, wir sind diese Welt, wir sind diese Kinder. 

Mahatma Gandhi sagte: „Die Schwachen können niemals vergeben. Vergebung ist ein Attribut für die Starken.“
Seien Sie stark — hier und heute. Und abgesehen davon, dass Sie stark sind, nehmen Sie diese, die allergrößte Herausforderung an: den zerbrochenen Vertrag wieder zu erneuern.

Wir alle müssen über die Auswirkungen unserer Kindheiten hinwegkommen, so lähmend auch immer sie gewesen sein mögen, und in Jesse Jacksons Worten: vergebt einander, versöhnt euch und macht weiter. 

Diese Aufforderung zur Vergebung soll nicht nur in den kurzen Momenten erfolgen, wenn in Talkshows wie Oprah sich Tausenden von Kindern wieder mit ihren Eltern versöhnen [A.d.R.: aus Verständnisgründen weitläufiger umschrieben], sondern es soll zumindest ein Beginn für uns alle gemacht werden, und wir werden als Ergebnis alle um so vieles glücklicher sein können.

Und so, meine Damen und Herren, schließe ich meine Ausführungen heute Abend mit Vertrauen, Freude und Aufregung. Von diesem Tag an soll ein neues Lied ertönen.

Lasst dieses neue Lied der Klang des Lachens von Kindern sein;

Lasst dieses neue Lied die Klänge vom Spiel der Kinder sein;

Lasst dieses neue Lied der Klang von singenden Kindern sein;

Und lasst dieses neue Lied der Klang von lauschenden Eltern sein.

Lasst uns gemeinsam eine Symphonie der Herzen schaffen, wunderbar im Wunder unserer Kinder und sich sonnend im Strahl und der Schönheit der Liebe.

Lasst uns die Welt heilen und den Schmerz zunichte machen. Mögen wir alle wunderbare Musik gemeinsam machen.

Gott segne Sie und ich liebe euch.


English

Thank you, thank you dear friends, from the bottom of my heart, for such a loving and spirited welcome, and thank you, Mr President, for your kind invitation to me which I am so honoured to accept. I also want to express a special thanks to you Shmuley, who for 11 years served as Rabbi here at Oxford. You and I have been working so hard to form Heal the Kids, as well as writing our book about childlike qualities, and in all of our efforts you have been such a supportive and loving friend. And I would also like to thank Toba Friedman, our director of operations at Heal the Kids, who is returning tonight to the alma mater where she served as a Marshall scholar, as well as Marilyn Piels, another central member of our Heal the Kids team.

I am humbled to be lecturing in a place that has previously been filled by such notable figures as Mother Theresa, Albert Einstein, Ronald Reagan, Robert Kennedy and Malcolm X. I've even heard that Kermit the Frog has made an appearance here, and I've always felt a kinship with Kermit's message that it's not easy being green. I'm sure he didn't find it any easier being up here than I do! As I looked around Oxford today, I couldn't help but be aware of the majesty and grandeur of this great institution, not to mention the brilliance of the great and gifted minds that have roamed these streets for centuries. The walls of Oxford have not only housed the greatest philosophical and scientific geniuses - they have also ushered forth some of the most cherished creators of children's literature, from J.R.R. Tolkien to CS Lewis. Today I was allowed to hobble into the dining hall in Christ Church to see Lewis Carroll's Alice in Wonderland immortalised in the stained glass windows. And even one of my own fellow Americans, the beloved Dr Seuss graced these halls and then went on to leave his mark on the imaginations of millions of children throughout the world.

I suppose I should start by listing my qualifications to speak before you this evening. Friends, I do not claim to have the academic expertise of other speakers who have addressed this hall, just as they could lay little claim at being adept at the moonwalk - and you know, Einstein in particular was really TERRIBLE at that.
But I do have a claim to having experienced more places and cultures than most people will ever see. Human knowledge consists not only of libraries of parchment and ink - it is also comprised of the volumes of knowledge that are written on the human heart, chiselled on the human soul, and engraved on the human psyche. And friends, I have encountered so much in this relatively short life of mine that I still cannot believe I am only 42. I often tell Shmuley that in soul years I'm sure that I'm at least 80 - and tonight I even walk like I'm 80! So please harken to my message, because what I have to tell you tonight can bring healing to humanity and healing to our planet.

Through the grace of God, I have been fortunate to have achieved many of my artistic and professional aspirations realised early in my lifetime. But these, friends are accomplishments, and accomplishments alone are not synonymous with who I am. Indeed, the cheery five-year-old who belted out Rockin' Robin and Ben to adoring crowds was not indicative of the boy behind the smile.
Tonight, I come before you less as an icon of pop (whatever that means anyway), and more as an icon of a generation, a generation that no longer knows what it means to be children.
All of us are products of our childhood. But I am the product of a lack of a childhood, an absence of that precious and wondrous age when we frolic playfully without a care in the world, basking in the adoration of parents and relatives, where our biggest concern is studying for that big spelling test come Monday morning.

Those of you who are familiar with the Jackson Five know that I began performing at the tender age of five and that ever since then, I haven't stopped dancing or singing. But while performing and making music undoubtedly remain as some of my greatest joys, when I was young I wanted more than anything else to be a typical little boy. I wanted to build tree houses, have water balloon fights, and play hide and seek with my friends. But fate had it otherwise and all I could do was envy the laughter and playtime that seemed to be going on all around me.

There was no respite from my professional life. But on Sundays I would go Pioneering, the term used for the missionary work that Jehovah's Witnesses do. And it was then that I was able to see the magic of other people's childhood.
Since I was already a celebrity, I would have to don a disguise of fat suit, wig, beard and glasses and we would spend the day in the suburbs of Southern California, going door-to-door or making the rounds of shopping malls, distributing our Watchtower magazine. I loved to set foot in all those regular suburban houses and catch sight of the shag rugs and La-Z-Boy armchairs with kids playing Monopoly and grandmas baby-sitting and all those wonderful, ordinary and starry scenes of everyday life. Many, I know, would argue that these things seem like no big deal. But to me they were mesmerising.
I used to think that I was unique in feeling that I was without a childhood. I believed that indeed there were only a handful with whom I could share those feelings. When I recently met with Shirley Temple Black, the great child star of the 1930s and 40s, we said nothing to each other at first, we simply cried together, for she could share a pain with me that only others like my close friends Elizabeth Taylor and McCauley Culkin know.

I do not tell you this to gain your sympathy but to impress upon you my first important point : It is not just Hollywood child stars that have suffered from a non-existent childhood. Today, it's a universal calamity, a global catastrophe. Childhood has become the great casualty of modern-day living. All around us we are producing scores of kids who have not had the joy, who have not been accorded the right, who have not been allowed the freedom, or knowing what it's like to be a kid.
Today children are constantly encouraged to grow up faster, as if this period known as childhood is a burdensome stage, to be endured and ushered through, as swiftly as possible. And on that subject, I am certainly one of the world's greatest experts.

Ours is a generation that has witnessed the abrogation of the parent-child covenant. Psychologists are publishing libraries of books detailing the destructive effects of denying one's children the unconditional love that is so necessary to the healthy development of their minds and character. And because of all the neglect, too many of our kids have, essentially, to raise themselves. They are growing more distant from their parents, grandparents and other family members, as all around us the indestructible bond that once glued together the generations, unravels.

This violation has bred a new generation, Generation O let us call it, that has now picked up the torch from Generation X. The O stands for a generation that has everything on the outside - wealth, success, fancy clothing and fancy cars, but an aching emptiness on the inside. That cavity in our chests, that barrenness at our core, that void in our centre is the place where the heart once beat and which love once occupied.

And it's not just the kids who are suffering. It's the parents as well. For the more we cultivate little-adults in kids'-bodies, the more removed we ourselves become from our own child-like qualities, and there is so much about being a child that is worth retaining in adult life.

Love, ladies and gentlemen, is the human family's most precious legacy, its richest bequest, its golden inheritance. And it is a treasure that is handed down from one generation to another. Previous ages may not have had the wealth we enjoy. Their houses may have lacked electricity, and they squeezed their many kids into small homes without central heating. But those homes had no darkness, nor were they cold. They were lit bright with the glow of love and they were warmed snugly by the very heat of the human heart. Parents, undistracted by the lust for luxury and status, accorded their children primacy in their lives.

As you all know, our two countries broke from each other over what Thomas Jefferson referred to as "certain inalienable rights". And while we Americans and British might dispute the justice of his claims, what has never been in dispute is that children have certain inalienable rights, and the gradual erosion of those rights has led to scores of children worldwide being denied the joys and security of childhood.
I would therefore like to propose tonight that we install in every home a Children's Universal Bill of Rights, the tenets of which are:

1. The right to be loved without having to earn it
2. The right to be protected, without having to deserve it
3. The right to feel valuable, even if you came into the world with nothing
4. The right to be listened to without having to be interesting
5. The right to be read a bedtime story, without having to compete with the evening news
6. The right to an education without having to dodge bullets at schools
7. The right to be thought of as adorable - (even if you have a face that only a mother could love).

Friends, the foundation of all human knowledge, the beginning of human consciousness, must be that each and every one of us is an object of love. Before you know if you have red hair or brown, before you know if you are black or white, before you know of what religion you are a part, you have to know that you are loved.

About twelve years ago, when I was just about to start my Bad tour, a little boy came with his parents to visit me at home in California. He was dying of cancer and he told me how much he loved my music and me. His parents told me that he wasn't going to live, that any day he could just go, and I said to him: "Look, I am going to be coming to your town in Kansas to open my tour in three months. I want you to come to the show. I am going to give you this jacket that I wore in one of my videos." His eyes lit up and he said: "You are gonna GIVE it to me?" I said "Yeah, but you have to promise that you will wear it to the show." I was trying to make him hold on. I said: "When you come to the show I want to see you in this jacket and in this glove" and I gave him one of my rhinestone gloves - and I never usually give the rhinestone gloves away. And he was just in heaven.

But maybe he was too close to heaven, because when I came to his town, he had already died, and they had buried him in the glove and jacket. He was just 10 years old. God knows, I know, that he tried his best to hold on. But at least when he died, he knew that he was loved, not only by his parents, but even by me, a near stranger, I also loved him. And with all of that love he knew that he didn't come into this world alone, and he certainly didn't leave it alone.

If you enter this world knowing you are loved and you leave this world knowing the same, then everything that happens in between can he dealt with. A professor may degrade you, but you will not feel degraded, a boss may crush you, but you will not be crushed, a corporate gladiator might vanquish you, but you will still triumph. How could any of them truly prevail in pulling you down? For you know that you are an object worthy of love. The rest is just packaging.
But if you don't have that memory of being loved, you are condemned to search the world for something to fill you up. But no matter how much money you make or how famous you become, you will still fell empty. What you are really searching for is unconditional love, unqualified acceptance. And that was the one thing that was denied to you at birth.

Friends, let me paint a picture for you. Here is a typical day in America - six youths under the age of 20 will commit suicide, 12 children under the age of 20 will die from firearms - remember this is a DAY, not a year - 399 kids will be arrested for drug abuse, 1,352 babies will be born to teen mothers. This is happening in one of the richest, most developed countries in the history of the world.
Yes, in my country there is an epidemic of violence that parallels no other industrialised nation. These are the ways young people in America express their hurt and their anger. But don't think that there is not the same pain and anguish among their counterparts in the United Kingdom. Studies in this country show that every single hour, three teenagers in the UK inflict harm upon themselves, often by cutting or burning their bodies or taking an overdose. This is how they have chosen to cope with the pain of neglect and emotional agony.

In Britain, as many as 20% of families will only sit down and have dinner together once a year. Once a year! And what about the time-honoured tradition of reading your kid a bedtime story? Research from the 1980s showed that children who are read to, had far greater literacy and significantly outperformed their peers at school. And yet, less than 33% of British children ages two to eight have a regular bedtime story read to them. You may not think much of that until you take into account that 75% of their parents DID have that bedtime story when they were that age.

Clearly, we do not have to ask ourselves where all of this pain, anger and violent behaviour comes from. It is self-evident that children are thundering against the neglect, quaking against the indifference and crying out just to be noticed. The various child protection agencies in the US say that millions of children are victims of maltreatment in the form of neglect, in the average year. Yes, neglect. In rich homes, privileged homes, wired to the hilt with every electronic gadget. Homes where parents come home, but they're not really home, because their heads are still at the office. And their kids? Well, their kids just make do with whatever emotional crumbs they get. And you don't get much from endless TV, computer games and videos.

These hard, cold numbers which for me, wrench the soul and shake the spirit, should indicate to you why I have devoted so much of my time and resources into making our new Heal the Kids initiative a colossal success.
Our goal is simple - to recreate the parent/child bond, renew its promise and light the way forward for all the beautiful children who are destined one day to walk this earth.
But since this is my first public lecture, and you have so warmly welcomed me into your hearts, I feel that I want to tell you more. We each have our own story, and in that sense statistics can become personal.

They say that parenting is like dancing. You take one step, your child takes another. I have discovered that getting parents to re-dedicate themselves to their children is only half the story. The other half is preparing the children to re-accept their parents.
When I was very young I remember that we had this crazy mutt of a dog named "Black Girl," a mix of wolf and retriever. Not only wasn't she much of a guard dog, she was such a scared and nervous thing that it is a wonder she did not pass out every time a truck rumbled by, or a thunderstorm swept through Indiana. My sister Janet and I gave that dog so much love, but we never really won back the sense of trust that had been stolen from her by her previous owner. We knew he used to beat her. We didn't know with what. But whatever it was, it was enough to suck the spirit right out of that dog.
A lot of kids today are hurt puppies who have weaned themselves off the need for love. They couldn't care less about their parents. Left to their own devices, they cherish their independence. They have moved on and have left their parents behind.

Then there are the far worse cases of children who harbour animosity and resentment toward their parents, so that any overture that their parents might undertake would be thrown forcefully back in their face.
Tonight, I don't want any of us to make this mistake. That's why I'm calling upon all the world's children - beginning with all of us here tonight - to forgive our parents, if we felt neglected. Forgive them and teach them how to love again.
You probably weren't surprised to hear that I did not have an idyllic childhood. The strain and tension that exists in my relationship with my own father is well documented. My father is a tough man and he pushed my brothers and me hard, from the earliest age, to be the best performers we could be.
He had great difficulty showing affection. He never really told me he loved me. And he never really complimented me either. If I did a great show, he would tell me it was a good show. And if I did an OK show, he told me it was a lousy show.

He seemed intent, above all else, on making us a commercial success. And at that he was more than adept. My father was a managerial genius and my brothers and I owe our professional success, in no small measure, to the forceful way that he pushed us. He trained me as a showman and under his guidance I couldn't miss a step.

But what I really wanted was a Dad. I wanted a father who showed me love. And my father never did that. He never said I love you while looking me straight in the eye, he never played a game with me. He never gave me a piggyback ride, he never threw a pillow at me, or a water balloon.
But I remember once when I was about four years old, there was a little carnival and he picked me up and put me on a pony. It was a tiny gesture, probably something he forgot five minutes later. But because of that moment I have this special place in my heart for him. Because that's how kids are, the little things mean so much to them and for me, that one moment meant everything. I only experienced it that one time, but it made me feel really good, about him and the world.
But now I am a father myself, and one day I was thinking about my own children, Prince and Paris and how I wanted them to think of me when they grow up. To be sure, I would like them to remember how I always wanted them with me wherever I went, how I always tried to put them before everything else. But there are also challenges in their lives. Because my kids are stalked by paparazzi, they can't always go to a park or a movie with me.

So what if they grow older and resent me, and how my choices impacted their youth? Why weren't we given an average childhood like all the other kids, they might ask? And at that moment I pray that my children will give me the benefit of the doubt. That they will say to themselves: "Our daddy did the best he could, given the unique circumstances that he faced. He may not have been perfect, but he was a warm and decent man, who tried to give us all the love in the world."
I hope that they will always focus on the positive things, on the sacrifices I willingly made for them, and not criticise the things they had to give up, or the errors I've made, and will certainly continue to make, in raising them. For we have all been someone's child, and we know that despite the very best of plans and efforts, mistakes will always occur. That's just being human.
And when I think about this, of how I hope that my children will not judge me unkindly, and will forgive my shortcomings, I am forced to think of my own father and despite my earlier denials, I am forced to admit that me must have loved me. He did love me, and I know that.
There were little things that showed it. When I was a kid I had a real sweet tooth - we all did. My favourite food was glazed doughnuts and my father knew that. So every few weeks I would come downstairs in the morning and there on the kitchen counter was a bag of glazed doughnuts - no note, no explanation - just the doughnuts. It was like Santa Claus.

Sometimes I would think about staying up late at night, so I could see him leave them there, but just like with Santa Claus, I didn't want to ruin the magic for fear that he would never do it again. My father had to leave them secretly at night, so as no one might catch him with his guard down. He was scared of human emotion, he didn't understand it or know how to deal with it. But he did know doughnuts.
And when I allow the floodgates to open up, there are other memories that come rushing back, memories of other tiny gestures, however imperfect, that showed that he did what he could. So tonight, rather than focusing on what my father didn't do, I want to focus on all the things he did do and on his own personal challenges. I want to stop judging him.

I have started reflecting on the fact that my father grew up in the South, in a very poor family. He came of age during the Depression and his own father, who struggled to feed his children, showed little affection towards his family and raised my father and his siblings with an iron fist. Who could have imagined what it was like to grow up a poor black man in the South, robbed of dignity, bereft of hope, struggling to become a man in a world that saw my father as subordinate. I was the first black artist to be played on MTV and I remember how big a deal it was even then. And that was in the 80s!
My father moved to Indiana and had a large family of his own, working long hours in the steel mills, work that kills the lungs and humbles the spirit, all to support his family. Is it any wonder that he found it difficult to expose his feelings? Is it any mystery that he hardened his heart, that he raised the emotional ramparts? And most of all, is it any wonder why he pushed his sons so hard to succeed as performers, so that they could be saved from what he knew to be a life of indignity and poverty?
I have begun to see that even my father's harshness was a kind of love, an imperfect love, to be sure, but love nonetheless. He pushed me because he loved me. Because he wanted no man ever to look down at his offspring.

And now with time, rather than bitterness, I feel blessing. In the place of anger, I have found absolution. And in the place of revenge I have found reconciliation. And my initial fury has slowly given way to forgiveness.
Almost a decade ago, I founded a charity called Heal the World. The title was something I felt inside me. Little did I know, as Shmuley later pointed out, that those two words form the cornerstone of Old Testament prophecy. Do I really believe that we can heal this world, that is riddled with war and genocide, even today? And do I really think that we can heal our children, the same children who can enter their schools with guns and hatred and shoot down their classmates, like they did at Columbine? Or children who can beat a defenceless toddler to death, like the tragic story of Jamie Bulger? Of course I do, or I wouldn't be here tonight.

But it all begins with forgiveness, because to heal the world, we first have to heal ourselves. And to heal the kids, we first have to heal the child within, each and every one of us. As an adult, and as a parent, I realise that I cannot be a whole human being, nor a parent capable of unconditional love, until I put to rest the ghosts of my own childhood.
And that's what I'm asking all of us to do tonight. Live up to the fifth of the Ten Commandments. Honour your parents by not judging them. Give them the benefit of the doubt.
That is why I want to forgive my father and to stop judging him. I want to forgive my father, because I want a father, and this is the only one that I've got. I want the weight of my past lifted from my shoulders and I want to be free to step into a new relationship with my father, for the rest of my life, unhindered by the goblins of the past.
In a world filled with hate, we must still dare to hope. In a world filled with anger, we must still dare to comfort. In a world filled with despair, we must still dare to dream. And in a world filled with distrust, we must still dare to believe.

To all of you tonight who feel let down by your parents, I ask you to let down your disappointment. To all of you tonight who feel cheated by your fathers or mothers, I ask you not to cheat yourself further. And to all of you who wish to push your parents away, I ask you to extend you hand to them instead. I am asking you, I am asking myself, to give our parents the gift of unconditional love, so that they too may learn how to love from us, their children. So that love will finally be restored to a desolate and lonely world.

Shmuley once mentioned to me an ancient Biblical prophecy which says that a new world and a new time would come, when "the hearts of the parents would be restored through the hearts of their children". My friends, we are that world, we are those children.
Mahatma Gandhi said: "The weak can never forgive. Forgiveness is the attribute of the strong." Tonight, be strong. Beyond being strong, rise to the greatest challenge of all - to restore that broken covenant. We must all overcome whatever crippling effects our childhoods may have had on our lives and in the words of Jesse Jackson, forgive each other, redeem each other and move on.
This call for forgiveness may not result in Oprah moments the world over, with thousands of children making up with their parents, but it will at least be a start, and we'll all be so much happier as a result. And so ladies and gentlemen, I conclude my remarks tonight with faith, joy and excitement.

From this day forward, may a new song be heard.
Let that new song be the sound of children laughing.
Let that new song be the sound of children playing.
Let that new song be the sound of children singing.
And let that new song be the sound of parents listening.

Together, let us create a symphony of hearts, marvelling at the miracle of our children and basking in the beauty of love.

Let us heal the world and blight its pain.

And may we all make beautiful music together.

God bless you, and I love you.